Fünfflügelige Holländer-Windmühle
in Wendhausen erbaut 1837

Technik

Die folgenden technischen Einrichtungen sind in der Windmühle Wendhausen vorhanden.

Wenn Sie auf die Zeichnungen klicken, werden Ihnen Fotos aus der Mühle angezeigt.

 

Stehende Mehlmischmaschine mit Sackabfüllung

Während des Mahlprozesses entsteht helles und dunkleres Mehl in unterschiedlicher Qualität und Körnung. Diese Mehle werden in Säcken aufgefangen und per Hand in eine Mischmaschine geschüttet oder über das Becherwerk (Elevator) der Mischmaschine zugeführt. Die verschiedenen Mehltypen (z.B. Typ 1050 oder Typ 550) ergeben sich dann daraus, wie viel hellere oder dunklere Mehlanteile im Gemisch vorhanden sind.

Die sich in der Mischmaschine drehende Kegelschnecke hat oben einen größeren Durchmesser als unten. Die Schnecke transportiert dadurch ständig das aufgeschichtete Mehl aus allen Schichtbereichen nach oben und breitet sich dort aus, wodurch die Vermischung erfolgt.

 

 

Walzenstuhl

Aus einem Trichter über dem Walzenstuhl wird das Getreide oder Mahlgut gleichmäßig über die Speisewalzen den mit Riffeln versehenden Mahlwalzen zugeführt (eingespeist). Diese Walzen drehen sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Der Spalt zwischen den Mahl-walzen ist einstellbar und kann der Größe und Körnung des Mahlgutes angepasst werden.

Es gibt Walzenstühle mit zwei, aber auch mit vier Walzen, sogenannte Doppelwalzenstühle. Walzenstühle werden heute noch in den Industriemühlen verwendet.

 

 

Mahl- oder Schrotgang (Mahlstein)

Das Getreide wird vom Müller in den Trichter über dem Mahlgang eingefüllt. Der sogenannte Rüttelschuh am Boden des Trichters, bewegt durch das Rütteleisen, verursacht das „Klappern der Mühle“.

Durch das Rütteln gelangt das Mahlgut gleichmäßig durch das Steinauge des Läufersteins zu den übereinander liegenden Mahlsteinen (Läuferstein und Bodenstein). Durch die Zentrifugalkraft gelangt es zwischen die Steine und wird hier durch Druck und Scherwirkung zerkleinert.

 

 

 

Königswelle

Auf der Flügelwelle ist ein großes Kammrad angebracht, das die Drehbewegung der Flügel auf die Königswelle überträgt. Die Stirnfläche des Kammrades dient zudem als Bremsscheibe. Das Bremsen funktioniert nach dem Prinzip einer Backenbremse. Der Bremsdruck erfolgt durch die Hebelwirkung über einen langen Hebelbalken, den der Müller über eine Trommelwinde betätigt.

 

Sichter

Der sich an dem Mahlprozess anschließende Arbeitsablauf in der Mühle ist die Sichtung der verschiedenen Mahlprodukte. Sichtung bedeutet, dass die von den Mahlsteinen oder Walzenstühlen zermahlenden Bestandteile des Getreides, Mehl und Kleie, mit sogenannten Sichtmaschinen der Größe nach sortiert werden. Für den Sichtprozess werden mehrere Zylinder mit unterschiedlicher Draht- und Seidengaze-Bespannung benötigt, die in den Sichtmaschinen übereinander angeordnet sind.

Heute werden anstatt der Zylindersichter horizontal rotierende Plansichter verwendet, bei denen 10 bis 12 Siebrahmen mit Draht- und Seidenbespannung im Stapel übereinander liegen.

 

 

Antrieb des Mahlgangs

Von einem Elektromotor wird über einen Treibriemen der Kegelradantrieb mit dem senkrechten Mühleisen angetrieben. Im Bodenstein ist das Führungslager, die Mühleisenbuchse eingesetzt. Das Mühleisen trägt auf seiner Spitze über die sogenannte „Haue“ den Läuferstein.